Bei einem Kollegen habe ich irgendwann gemerkt, dass wir Freunde geworden sind, als wir uns zum ersten Mal geschrieben haben, ohne dass die Nachricht mit der Arbeit zu tun hatte.
Vorher: Teams, Mittagspause, Büro.
Danach irgendwann Memes, Wochenende, „bist du heute Abend noch unterwegs?“
Es gab keinen Moment, in dem wir beschlossen haben, jetzt privat befreundet zu sein.
Die Arbeit war einfach irgendwann nur noch der Ort, an dem wir uns kennengelernt hatten.
Wenn fast alle neuen Freunde aus demselben Team kommen, würde mich ein Konflikt dort doppelt beschäftigen.
Dann ist nicht nur der Arbeitsplatz unangenehm.
Plötzlich hängt auch die Frage, mit wem man Freitagabend etwas macht, an derselben Gruppe.
Mit einem Kollegen befreundet zu sein bedeutet nicht automatisch, dass jedes interne Gespräch beim Abendessen weitererzählt werden kann. Freundschaft macht Vertrauen persönlicher. Manche Informationen bleiben trotzdem Arbeit.
Bei Kollegenfreundschaften finde ich den Jobwechsel fast wie einen kleinen Test. Wenn nach dem letzten Arbeitstag immer noch jemand schreibt und man sich freiwillig trifft, merkt man ziemlich schnell, welcher Teil der Beziehung nur der gemeinsame Kalender war und welcher darüber hinausgeht.
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